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Glass Building

Der Stoff Glas

Glas besteht im Wesentlichen aus Sand und Alkali, das bei sehr hohen Temperaturen geschmolzen und im Anschluß über eine sehr lange Strecke langsam gekühlt und so zu einer Scheibe wird. Die Aushärtung erfolgt ohne Kristallisierung, so dass das Glas eine gekühlte Flüssigkeit bleibt und nicht aushärtet. In alten Kirchen kann bei den Verglasungen beobachtet werden, dass die vertikal angebrachten Gläser nach unten hin eine zunehmende Dicke aufweisen, die auf die natürliche Schwerkraft zurückzuführen ist. Diese Eigenheit des Glases macht eine Klassifizierung als Flüssigkeit oder als ausgehärtetes Material problematisch und beschäftigt heute noch die Wissenschaft. Paddy Royall von der Universität Bristol und Kollegen aus Canberra und Tokyo haben nachgewiesen, dass das Glas aufgrund seiner speziellen Atomstrukturen, die sich im Glas im Kühlungsprozess bilden, nicht aushärtet. Royall sagt, viele Materialien kristallisieren im Kühlungsprozess, so dass die Atome eine gleichmäßige Struktur erzeugen, die als “Gitter” bezeichnet wird; obwohl bei der Kühlung der Glasmasse die Atome auch ein Gitter bilden wollen, wird das verhindert, indem die Atome sich verheddern. Royall vertritt die Auffassung, dass das Glas über einen sehr langen Zeitraum, vielleicht Jahrmillionen, auch kristallisieren wird. Glas befindet sich also in einem fortwährenden Übergangszustand.